Equine Infektiöse Anämie

23.09.2015

Die Equine infektiöse Anämie (EIA) ist weltweit verbreitet, jedoch kommt sie ursprünglich aus den Sumpfgebieten Kanadas und der USA, sowie aus Australien oder Zentralafrika. Auch in den osteuropäischen Staaten ist sie zu finden.

Fälle in Deutschland entstehen häufig durch den Import von infizierten Tieren aus dem Ausland.

Betroffen sind nur Pferde, Esel, Maultiere und Maulesel, welche alle zur Familie der Equidae gehören

Für den Menschen ist die Krankheit nicht ansteckend!

Ein Impfstoff ist in Europa nicht zugelassen, erkrankte Tiere müssen im Regelfall getötet werden.

 

Was ist die infektiöse Blutarmut der Einhufer?                                                   

Die Krankheit wird durch den ansteckenden Erreger Equine infectious anemia virus (EIAV) verursacht, der viele verschiedene Virusvarianten aufweist.

Er befällt Blut- und Immunzellen, wird in deren Genom integriert und somit über den Körper verteilt. Die starke Immunreaktion der Tiere gegen das Virus hält dieses aber nicht auf und es bleibt in den infizierten Zellen bestehen. Die gebildeten Antikörper formen mit dem Virusantigen einen Komplex, der seinerseits die Komplementkaskade beeinflusst, was wiederum unter anderem zu Anämie und Fieber führen kann. Die Anämie ist die Folge einer Auflösung und Abnahme der Neubildung von roten Blutkörperchen.

 

Was sind die Symptome der EIA?

Grundsätzlich können die Symptome der EIA je nach Verlaufsform (akut, chronisch, inapparent) unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Zu beachten ist, dass einmal infizierte Individuen lebenslange Träger des Virus sind und somit immer eine Ansteckungsgefahr für andere darstellen, auch wenn sie selbst nicht erkranken.

 

Folgende Symptome können beobachtet werden:

  • Fieber bis zu 41°C (Normalbereich: 37,5°C – 38,2°C)
  • Blasse oder gelbliche Schleimhäute (Anämie)
  • Blutungen in den Schleimhäuten und im Kot
  • Gewichtsverlust, Futterverweigerung, Kolik
  • Schwellungen an Beinen und Bauch (Ödem)
  • Fehlgeburten bei Stuten
  • Unfruchtbarkeit
  • Bewegungsstörungen (Ataxie)
  • Schwäche (Apathie)

 

Wie wird die EIA übertragen?

  • Vektoren: Bremsen und Stechmücken.

Durch den Biss oder Stich eines infizierten Tieres bleibt der Virus ca. 30 Minuten in den Mundwerkzeugen der Bremsen infektiös und wird durch mehrmaliges Stechen in den gesunden Organismus übertragen.

  • Bluttransfusionen mit infiziertem Blut
  • Indirekte Übertragung: Von der Mutterstute auf das Fohlen.

Das Virus kann über die gesunde Schleimhaut und Haut oder über Wunden in das Fohlen gelangen.

  • Besitzer:

Durch das Verwenden von demselben Putz- und Sattelzeug, kann das Virus über kleinere Wunden von einem Pferd zum anderen übertragen werden. Dies kann jedoch nur erfolgen, wenn beiderseits Wunden oder offene Stellen im Hautbereich vorhanden wären.

  • Tierarzt:

Durch nicht gereinigte/desinfizierte Instrumente und benutzte Kanülen etc. .

Eine Ansteckung von Tier zu Tier kommt nur selten vor, da das Virus zwar über Milch, Speichel und Urin ausgeschieden wird, aber darin in zu geringen Mengen vorhanden ist, um zu einer Infektion zu führen. Jedoch wird dieser Übertragungsweg trotzdem für möglich gehalten.

 

Was kann man bei der EIA tun?

Diese Tierseuche ist ANZEIGEPFLICHTIG. Bei Verdacht muss sofort der zuständige Tierarzt informiert werden und in weiterer Folge auch das Veterinäramt.

Dieses bestimmt das weitere Vorgehen, wie Einrichten einer Quarantänestation, Verbringungsbeschränkungen, Export- und Importverbote, sowie Probenentnahmen für weitere diagnostische Maßnahmen.

Sollte das Tier betroffen bzw. auch „nur“ Träger des Virus sein, muss es laut Gesetz getötet werden, da eine Therapie oder Impfung weder möglich noch erlaubt ist.

 

Vorbeugend kann jeder Stall- und Pferdebesitzer folgende Punkte beachten:

  • Importierte Pferde in Quarantäne halten und Bluttest (Coggins-Test) fordern (vorallem bei Pferden aus Osteuropa)
  • Sauberkeit und Hygiene in Boxen, Stallgassen, Sattelkammern, Koppeln, Paddocks und dazugehörigen Plätzen
  • Jedes Pferd hat sein eigenes Putz- und Sattelzeug
  • Anti-Bremsen Sprays benutzen
  • Flughauptzeit der Bremsen und Fliegen meiden (Abend- und Morgendämmerungszeit, ca 1 Std vor und nach Sonnenuntergang)
  • Wasser auf den Weiden regelmäßig wechseln, Boden drainieren

Die bisher zuverlässigste Nachweismethode ist der Cogginstest, in dem die provirale DNA mittels einer PCR nachgewiesen werden kann. Hierzu wird Blutserum und bei schweren Bewegungsstörungen auch Liquor cerebrospinalis verwendet. Bei Erkrankung können durch diesen Test die spezifischen Antikörper gegen das Virusprotein nachgewiesen werden.

 

Was tun, wenn positive EIA-Fälle in der Umgebung bekannt werden?

  • Ruhe bewahren!

Nur bei einem direkten Kontakt zu einem infizierten Stall ist eine Infektion möglich, aber wie bei jeder Infektionskrankheit kein Muss!

  • Bluttests vor Turnieren, bei Auktionen und Exporten durchführen lassen und diese dokumentieren (Coggins-Test).

Vorher erkundigen, ob Bluttests vom Veranstalter gewünscht sind!

 

Warum man keine Panik haben muss:

 

Neuzugang im Praxisteam!

30.11.2015

Sarkoid - Pferde in Bayern

25.09.2015

Hufrehe

20.09.2015

Headshaking

20.09.2015