Sarkoid - Pferde in Bayern

25.09.2015

Pferdewarzen – oder doch ein Tumor?

Immer wieder fallen Pferdebesitzern Veränderungen an der Haut ihrer Pferde auf. Oft wird dem Tierarzt von „Pferdewarzen“ berichtet. Nicht immer handelt es sich dabei gleich um eine tumorartige Veränderung. Trotzdem wollen wir Ihnen diesmal ein paar Informationen über den häufigsten Hauttumor bei Pferden geben, das EQUINE SARKOID.

 

Wodurch entsteht ein Equines Sarkoid?

Durch die Erreger BPV 1 + 2, ein Virus, wird ein sogenannter semimaligner Tumor ausgebildet. d.h. es handelt sich dabei um einen Tumor der im medizinischen Sprachgebrauch (fast) nie echte Metastasen ausbildet, aber an der Stelle an der  er wächst, teilweise je nach Form sehr agressiv auftritt und gerne nach chirurgischer Entfernung sich wieder ausbildet (rezidiviert).

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Virus dabei durch Fliegen übertragen wird. Ob ein Pferd einen Tumor bekommt, hängt dagegen wahrscheinlich von einer gewissen genetischen Veranlagung ab.

 

Wie sieht ein Equines Sarkoids aus?

Heute unterscheiden Tierärzte 6 verschiedene Typen, die alle je nach Form unterschiedlich schnell und aggresiv wachsen.

 

Wie wird ein Equines Sarkoid diagnostiziert?

Für einen Tierarzt der sich mehr mit Hautveränderungen des Pferdes beschäftigt ist es meist eine Blickdiagnose. Entstehen Zweifel, ob es sich um ein Sarkoid handelt, besteht heutzutage die Möglichkeit z.B. durch das simple Einschicken von Haaren, oder Hautschuppen des Pferdes in ein Speziallabor festzustellen, ob das Pferd den Virus, der für das Sarkoid verantwortlich ist, in sich trägt.

Sollte ein chirurgisches Entfernen des Tumors notwendig werden, so kann dieser nach Entfernung in ein spezielles Labor zur Untersuchung gesandt werden. Wichtig ist, dass das Labor Erfahrung in der Diagnose von Sarkoiden hat, da z.B. Humanpathologen keine Sarkoide kennen.

 

Wie erfolgt die Therapie?

Es wurden im Laufe der Zeit verschiedene Therapien (Strahlentherapie, Kryo- & Elektrochirurgie, Laser-, Chemo- und Immunotherapien) entwickelt, die aber unbedingt nach Form des Tumors ausgewählt werden sollten. Oft wählt der Tierarzt eine Kombination aus verschiedenen Methoden, da beim alleinigen Wegschneiden des Tumors, er an gleicher Stelle schnell wieder kommt und umso rascher wächst.

Als relativ neue Methode möchten wir die Therapie mit Acyclovirsalbe vorstellen. Dabei handelt es sich um eine Salbe, die eigentlich beim Menschen zur Behandlung von Herpes eingesetzt wird. Wissenschaftler fanden heraus, dass diese Salbe eine hervorragende Wirkung gegen das Equine Sarkoid hat. Nicht alle Formen eignen sich gleich gut für eine alleinige Therapie mit dieser Salbe. So müssen z.B. extrem große Tumoren zuvor chirurgisch entfernt werden. Ein Auftragen der Salbe auf die Operationswunde verhindert aber meist, dass der Tumor an der gleichen Stelle wieder wächst.

 

Tipp:

Haben Sie ein Pferd, das an dem Equinen Sarkoid leidet, kann die Salbe auf Verletzungen der Haut vorsorglich aufgetragen werden und so verhindern, dass an dieser Stelle sich ein neuer Tumor  bildet.

Ist eine vorbeugende Impfung möglich?

Zurzeit steht noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben jedoch einen Impfstoff entwickelt, der sich gerade sich in einer Testphase befindet. Vielleicht ist es in Zukunft schon bald möglich ihr Pferd mit einem Impfstoff vor dem Equinen Sarkoid zu schützen.

Was ist sonst noch wichtig über das Equine Sarkoid zu wissen?

Sollten Sie verdächtige Hautveränderungen an Ihrem Pferd feststellen sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt! Je früher ein Sarkoid erkannt und mit einer für ihr Pferd individuellen Therapie behandelt wird, desto besser sind die Aussichten für eine erfolgreiche Therapie!

Neuzugang im Praxisteam!

30.11.2015

Equine Infektiöse Anämie

23.09.2015

Hufrehe

20.09.2015

Headshaking

20.09.2015