Zahnheilkunde

Zahnmedizin beim Pferd

Die Zahnmedizin ist ein wichtiger Sektor in der Pferdepraxis. Ging es früher in erster Linie darum, bei älteren Pferden wieder eine ungestörte Futteraufnahme zu ermöglichen, erkennen heute immer mehr Pferdebesitzer, dass eine entspannte und zufriedene Kautätigkeit des Pferdemauls unterm Reiter entscheidend von einem optimalen, schmerzfreien Zusammenspiel aller Zähne im Maul abhängt.

Kanten

Bei dreijährigen Remonten werden Wolfszähne entfernt und Außenkanten im Oberkiefer sowie die Innenkanten im Unterkiefer geglättet. Auch Symmetrie und eventuelle Gebissanomalien werden untersucht und so ein problematisches Gebiss, das erhöhten Pflegeaufwand benötigt, erkannt.

Fehlstellungen des Kiefers

Ober- und Unterbiss im Bereich der Schneidezähne setzen sich meist durch Verschiebungen der Zahnleisten fort. Dadurch entstehen scharfe, schnell wachsende Haken an P2 und M3. Besonders Haken am M3 behindern den Kauvorgang und oft sehen wir schon bei jungen Pferden massive Veränderungen, die sich durch Kopfschlagen und Unwilligkeit bei der Arbeit äußern und betroffenen Pferden den Ruf "unreitbar" einbringen.
Starke Fehlentwicklungen der Kiefer lassen sich schon beim neugeborenen Fohlen diagnostizieren. Zur Therapie wird ein Kiefer verdrahtet bis der zu kurze nachgewachsen ist. Solche Korrekturen sind nur im ersten Lebensjahr möglich und werden in der Tierklinik Gessertshausen von Dr. Zwick durchgeführt.

Milchkappen und Bumps

Zahnwechselprobleme können später zu Wellengebissen führen. Daher ist es wichtig auf Bumps an den Kieferleisten zu achten und die Milchkappen entfernen zu lassen.

Karies, Parodontose und Diastemen

Bei älteren Pferden kommen lockere oder gebrochene Zähne, Karies und Parodontose häufiger vor. Oft lautet der Vorbericht "übler Maulgeruch" und "tut sich mit Heu sehr schwer". Manchmal stellen die Pferde das Fressen auch vollständig ein.
Dies ist ein Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss. Lockere und gebrochene Zähne können mithilfe unseres Spezialwerkzeuges und verschieden großer Zangen gezogen werden. Diastemen, das sind Zahnzwischenräume, in denen sich übelriechende Futterreste verhaken, werden gereinigt und mit einem speziellen Zahnmaschinenaufsatz v-förmig erweitert. Kleine kariöse Löcher, die die Pulpa nicht erreichen, werden ausgefräst, entzündete Zähne so gekürzt, dass sie nicht mehr in Kontakt mit ihrem Gegenspieler sind und sich so erholen können.

Schneidezähne

Im Gegensatz zu jungen Pferden mit korrektem Gebiß, müssen bei Pferden im mittleren und höheren Alter praktisch immer auch die Schneidezähne gekürzt werden, um eine optimale Okklusion der Backenzähne nach ausführlicher Bearbeitung zu erreichen. Auch die zunehmende Winkelung zum Zangengebiß kann durch regelmäßiges Schleifen verzögert werden.